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Stadtbahnqualitäten

Johannes Bouchain

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Beispiel 1: Die Region Kiel vernetzt

Stadtbahnplanungen in Kiel
Stadtbahnqualitäten für Kiel

Stadtbahnplanungen in Kiel

In der schleswig‑holsteinischen Landeshauptstadt Kiel (232.000 Einwohner) wurde die letzte Linie des alten Straßenbahnnetzes im Jahre 1985 eingestellt, zu einer Zeit also, wo andernorts bereits die Wiedereinführung des Verkehrsmittels erfolgte.

Auch in Kiel gab es bald Pläne für eine Wiedereinführung in moderner Form. Inzwischen ist hier ist eine „StadtRegionalBahn” als regionales Stadtbahnsystem (Verknüpfung von Eisen- und Straßenbahn) geplant. Auf den Internetseiten des Kieler Tiefbauamtes heißt es: „Die StadtRegionalBahn Kiel ist […] ein Schlüsselprojekt, um die Mobilität in der Region insgesamt zu sichern und nachhaltig zu verbessern.” (Landeshauptstadt Kiel 2007).

Das derzeitige Konzept für die „StadtRegionalBahn Kiel” sieht fünf Linien vor, von denen sich zwei an einem Ende teilen. Den Kern des Netzes bildet der u-förmige Linienverlauf um die Kieler Förde, der weitgehend dem Linienweg der letzten Straßenbahnlinie in Kiel folgt. An unterschiedlichen Punkten werden die innerstädtischen Stadtbahnstrecken mit regionalen Eisenbahnstrecken verknüpft. So wird u. a. die ehemalige Kleinbahnstrecke in Richtung Schönberger Strand reaktiviert. Leider ist es derzeit nicht vorgesehen, auch die Stadtteile am westlichen Fördeufer nördlich des Nord-Ostsee-Kanals an das Stadtbahnnetz anzubinden, obwohl hier auch ein sehr großes Potenzial besteht. Auch die Streckenführung auf den DB-Gleisen Richtung Neumünster muss aus stadtplanerischer Sicht kritisiert werden, da sie auf Kieler Stadtgebiet abseits der Siedlungsgebiete liegt und somit wichtige Stadtteile – wie z. B. das Neubaugebiet Neumeimersdorf – keinen Anschluss an das Netz erhalten.

Liniennetz Kiel
Das Liniennetz der geplanten „StadtRegionalBahn” Kiel (eigene Grafik nach Landeshauptstadt Kiel 2007; Kartengrundlage: Google Earth)

Kiel, Montage Holtenauer Straße
Eine Stadtbahn in der Holtenauer Straße in Kiel (Fotomontage; Quelle: Kiel 2007, eigene Bearbeitung)

Stadtbahnqualitäten für Kiel

Kiel hat heute, zumindest bezogen auf das Stadtbild, den Ruf einer grauen, autogerechten Stadt. Die Stadtbahn kann dazu beitragen, das Bild der Region Kiel nachhaltig zu verbessern. Die Vernetzung der Region mit der Kieler Innenstadt durch die „StadtRegionalBahn” bringt entscheidende Vorteile für den regionalen Zusammenhalt. Die Stadtbahn wird direkt ins Stadtzentrum fahren und bringt so die Menschen aus völlig unterschiedlichen Teilen der Region direkt in die Innenstadt bzw. direkt vor die Schaufenster. Auch die sozialräumliche Vernetzung in Kiel wird durch die Einführung der „StadtRegionalBahn” maßgeblich verstärkt. Die Großwohnsiedlung Mettenhof oder der traditionelle Arbeiterstadtteil Gaarden erhalten mit dem neuen Schienenverkehrsmittel eine moderne, hochwertige Anbindung an das Stadtzentrum. Gleichzeitig kann die Stadtbahn hier dazu beitragen, die „mentale Karte” der Stadt Kiel anhand der gliedernden Linienäste zu strukturieren. Auf stadträumlicher Ebene wird deutlich, dass große Bereiche der Stadt durch breite, unproportionierte Ausfallstraßen geprägt sind. Durch die gestalterische Kraft ihrer Infrastrukturelemente kann die Stadtbahn hier zu einer positiven ästhetischen Gliederung der Stadträume beizutragen. Die neuen Direktverbindungen aus den Orten in der Region Kiel oder vom Stadtrand ins Stadtzentrum bieten einen zentralen Ansatzpunkt für die Vermarktung einer neuen regionalen Mobilitäts- bzw. Stadtbahnkultur.

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